4. Teil – Die Reparatur

Reparatur-Metamorphose

Januar 2017 – Die umfangreiche Rostreparatur beginnt

Im Dezember 2016 hatte Mercedes – nach langem Hin und Her und kurz bevor der Fall vor dem AG Stuttgart / Bad Cannstatt ernst geworden wäre – völlig überraschend eine für mich kostenlose umfangreiche Rostreparatur zugesagt, die wir dann für Januar 2017 terminierten. Hintergrund war, dass ich Ansprüche aus der mobilolife-Garantie gegen Durchrostung erhoben hatte. Bemerkenswert dabei: bei der Schlüsselübergabe musste ich zwar eine mehrseitige Auftragsbestätigung unterschreiben, ausgehändigt hat man mir diese indes nicht. Mir war´s in dem Moment erst mal egal, mir ging´s hauptsächlich darum, dass mein Auto entrostet wurde, worauf ich mich auch freute und mir daher wegen dem Dokument keine weiteren Gedanken machte. Später, vor Gericht, wollte ich diese Auftragsbestätigung als Beweisstück vorgelegt haben, was aber mit der Argumentation, dass nicht ich, sondern Mercedes, der eigentlich zahlende Auftraggeber war, verweigert wurde. Man wird wissen warum …

Repariert bzw. getauscht, wurden dann alle 4 Türen, die Heckklappe, die hinteren Seitenwände, die vorderen Kotflügen und einige unter diesen Teilen zutage getretenen größeren und kleineren Roststellen, also im Prinzip alle äußeren Blechteile, außer Dach und Motorhaube:

Darüber hinaus war zugesagt, Zitat: „auch die Korrosionsschäden an den Außenschalen der Längsträger (Anm.: ugs. Schweller) rechts und links zu reparieren“ (aus eMail des Anwalts von Mercedes an meinen Anwalt vom 06.12.2016), denn die sahen Ende 2016 so aus:


Geplant war für die Reparatur ca. 2 Wochen, geworden sind es letztlich 6. Da aber Mercedes in dieser Garantie auch zusichert, dass man im Falle einer solchen Garantie-Reparatur auch mobil bleiben würde, hat mich das nicht weiter gestört, Zitat aus meinem Servicescheckheft: „Und auch während der Reparatur bleiben Sie mobil“. Für die Zeit habe ich also einen kostenlosen Leihwagen bekommen. Zwar zunächst auch nicht ganz freiwillig, aber am Ende hat´s dann doch geklappt.


Kulanz oder Garantie?

Auszug aus: Schriftverkehr AG Stuttgart / Bad Cannstatt
Datum: 16.02.2021
Quelle: Schriftsatz Vertreter von Mercedes
Zitat: „[…] Die Bearbeitung des Fahrzeugs im Februar 2017 erfolgte lediglich kulanzhalber, nachdem Ansprüche aus der mobilo-life-Garantie aus den unter Ziff. 1 genannten Gründen bereits zum damaligen Zeitpunkt ausgeschlossen waren.“


Februar 2017 – Lackiererei und Wiederaufbau

Nachdem die rohen Blechteile angepasst worden waren …:

… ging´s dann im Februar 2017 in die Lackiererei …:

… und wieder zurück in die Werkstatt zum Zusammenbau:

Ein Riesenaufwand, und am Ende mit eher durchwachsenem Erfolg. Ein mir wohlgesonnener selbständiger Autolackierermeister bezifferte den Gesamtaufwand, wenn man das hätte als Kunde selbst zahlen müssen, auf Pi mal Daumen 20.000,- €. Da kostet allein der Leihwagen schon mind. 1.500,- bis 2.000,- € für die 6 Wochen. Im Nachhinein betrachtet erscheinen diese 20.000,- € auch gar nicht mal so unrealistisch, wenn man bedenkt, dass mir meine damalige Werkstatt des Vertrauens allein für neue Federteller (A2026260119) vorn – die waren mir 2019 vor lauter Rost weggeflogen (mehr dazu im 5. Teil) – ca. 2.000,- € aufgerufen hätte, wobei das Ersatzteil selbst im AH nur ca. 25,- € kostet.

Klar, Mercedes hat die große Rostreparatur sicher nicht so viel gekostet, aber billig war´s deswegen trotzdem nicht. Auch wenn an Vielem gespart wurde, da wurden sogar z.T. die alten Clipse oder verrostete Schrauben wieder verwendet, wie ich später gesehen habe. Warum man stattdessen nicht auf meinen Vorschlag, mir ein Ersatzfahrzeug zu besorgen, eingegangen ist, kann ich bis heute nicht verstehen. Das wäre deutlich billiger, wesentlich einfacher für alle Beteiligten gewesen und der Streit hätte ein für alle mal ein Ende gehabt. So, geht´s jetzt erst richtig los, denn z.B. die Schweller sahen 2020 dann schon wieder so aus:

Aber auch dazu später mehr.


Mitte Februar 2017 bekam ich mein Auto dann wieder, es stand glänzend auf dem Hof des Autohauses. Man gab mir freudlos den Schlüssel, und Tschüss. Hier ein paar Bilder, die ich dann, nachdem das Auto gründlich gereinigt und poliert war, im Mai 2017 zuhause machte:

Flug´s noch paar 18″ Felgen drauf und so sah er rein äußerlich, auf den ersten Blick und aus paar Metern Entfernung ja doch ganz hübsch aus. Schön wäre gewesen, wenn das das Ende der Odyssee gewesen wäre.


Zunächst aber nochmal zur Fahrzeugübergabe: wie gesagt, mir wurde der Schlüssel übergeben, ich gab den Leihwagen zurück, und das war´s. Probefahrt wurde erst gar keine gemacht. Und das offenbar auch aus gutem Grund, denn als ich den Wagen startete merkte ich sofort, dass er nicht rund läuft. Ich wusste zwar, dass der Luftmengensensor nicht mehr ganz in Ordnung war, vor der Reparatur lief der Wagen aber noch einigermaßen, hatte also da noch keinen großen Handlungsdruck. Naja, dachte ich, wenn er warm ist gibt sich das vielleicht wieder, oder wird zumindest deutlich besser, und tuckerte nach Hause.

Hier habe ich mich dann zum ersten Mal nach der Fahrzeugübergabe geärgert, denn ich gehe mal davon aus, dass das Auto nicht auf den Platz, wo ich es dann abholte, geschoben wurde. Man hätte mir das also sagen können, dass da was nicht stimmt, wenn man eine Probefahrt gemacht hätte. Gerade nach so einem langen Werkstattaufenthalt, wäre das das Mindeste, was man vor der Fahrzeugübergabe erwartet hätte. Nix, man stellt mir das mangelhafte Auto einfach wortlos auf den Hof, wohl wissend, dass da was nicht stimmt, schließlich wusste das AH ja das was ich über den LMS wusste nicht. Auch wenn sicher klar gewesen ist, dass ich den Luftmengensensor sowieso nicht im AH tauschen lassen würde – denn der kostet nicht viel (damals ca. 110,- € Bosch) und ist in 2min. gewechselt – hätte man eine Diagnose zumindest anbieten können.

Egal, neuen LMS besorgt, getauscht, Auto läuft wieder.

Später merkte ich, dass mein Subwoofer gar nicht mehr arbeitete. Irgendwann hab ich mir das dann mal angeschaut, und siehe da, die Kabel waren durchtrennt. Ich hatte den an die Rückseite der Fondsitze montiert und die Kabel zwischen Kofferraumboden und Unterkante der Rücklehne nach vorn geführt. Beim Zusammenbau und Aufstellen der umklappbaren Rücklehne, hat man dann offenbar die Kabel ins Scharnier der Lehne geklemmt und abgezwickt. Hab dann auch mal vorsichtig in der Werkstatt nachgefragt, ob man mir das reparieren würde, wurde aber abgelehnt. Das ist kein Originalzubehör und wurde auch nicht von Mercedes eingebaut, somit müsste ich die Risiken für einen Schaden daran selbst tragen. Naja, egal, kann man auch selber reparieren.

Später flog mir dann noch bei 120 der linke Blinker weg, wurde kostenlos ersetzt. Dann fiel mir auf, dass Wasser in den Kofferraum reinläuft, da wurde mir dann eine neue Kofferraumdichtung verkauft. Im nächsten Winter fiel mir auf, dass, wenn man z. B. über einen Gullideckel fährt und es unter 0°C sind, gibt es hinten rechts am Dachhimmel ein kurzes Knallen/Scheppern von der Karosserie – ich weiß bis heute nicht woher das kommt. Und die Heckscheibenheizung geht seit der Reparatur auch nicht mehr; auch den Fehler konnte ich bis heute nicht finden. Selbst die Schwellerverkleidungen passten, bei genauerem Hinsehen, auch nicht mehr richtig. Von den Spaltmaßen ganz zu schweigen. Hier mal ein paar Bilder von den Mängeln:

Gut, das sind alles Dinge, die passieren können und/oder mit denen man leben kann. Meinen Gesamteindruck von der Reparatur hat das aber – wie ihr euch denken könnt – nicht positiv beeinflusst. Insgesamt war ich also, nachdem die erste Freude über´s neue Blechle verflogen war, recht schnell enttäuscht von der Reparatur. Wohl auch, weil ich zu der Zeit noch davon ausging, dass man bei Mercedes immer 1a Qualität erwarten kann. Aber, wie ich lernen musste, kocht man dort auch bloß mit Wasser – insbesondere für die Kunden die eh nix zahlen.

An den folgenden Bildern kann man sehr gut sehen, wie hier gepfuscht wurde. Von strengen Mercedes-Vorgaben ist nix erkennbar. Da wurde offenbar auf den Rost lackiert:


Die Geschichte entwickelt sich also weiter. Im 5. Teil – Urlaubsfahrt mit Hindernissen wird es dann darum gehen wie uns (meinem Sohn – damals 10 – und mir 2019 auf einer Urlaubsfahrt nach Italien auf der Fernpassstrecke in Österreich bei Tempo 70 vorn die Federteller vor lauter Rost wegflogen und wie sich in dem Zusammenhang herausstellte, dass die Schweller schon wieder völlig vergammelt waren.


Update 28.02.2026

Jetzt nach dem Winter habe ich mir mal die Radläufe bisserl genauer angeschaut. Alle 4 kamen 2017 neu, also vorn die Kotflügel, hinten die kompletten Seitenwände. Fällt euch was auf?

Richtig! 3 sind wieder verrostet, einer nicht. Stellt sich natürlich sofort die Frage nach dem Warum? Das kann reiner Zufall sein, oder, dass die letzten Jahre vorn links vielleicht kein Wasser und kein Salz hingekommen ist. 😉 Es kann aber auch so sein, dass man bei einem – aus Versehen – ordentlich gearbeitet hat. Wir wissen es nicht, und wir werden es vermutlich auch nie erfahren.

Nach oben scrollen