
Was hat eine Urlaubsfahrt mit einer Rostgarantie zu tun? Eigentlich erst mal nix, aber lasst euch erzählen:
24.05.2019 – Die Hauptuntersuchung
Im Mai 2019 stand HU an. Wie immer fahr´ ich einfach mal vor und lass mir sagen was zu machen ist. Ergebnis: erhebliche Mängel. Klingt zwar erst mal dramatisch, war aber nicht so schlimm. 5.3.4a Traggelenkt vorn links oben ausgeschlagen und D1.1.21b Feststellbremse Freigängigkeit eingeschränkt. Von Rost war nix auf dem Prüfbericht.
Da wir im Sommer vollbepackt zum Camping nach Italien/Cavallino fahren wollten, fragte ich den Prüfer noch ob er das dem Auto noch zutrauen würde? Ach, das ist doch ein Lastesel, das packt der schon, sagte er sinngemäß beschwichtigend. Fand ich nett und hat mich auch beruhigt, immerhin bin ich ja mit Kind unterwegs, und da bin ich doch lieber bisserl übervorsichtig bei so einem alten Auto. Die kleinen Mängel waren dann auch schnell behoben und Plakette wurde zugeteilt.
21.08.2019 – Die Urlaubsfahrt
06:00 Uhr
In den frühen Morgenstunden des 21.08.19 ging´s dann los, Auto bis unter´s Dach voll. Zur Sicherheit war ich tags zuvor noch mal beim Wertstoffhof auf die Waage gefahren: ca. 1.800 kg, zul. Gesamtgewicht: 1.920 kg. Junior noch dazu, Kühlbox, Kosmetiktasche und ne Kiste Bier waren wir also schon ziemlich am Limit. Reifen noch auf 2,8 und 3,3 bar vollgemacht, die 225er waren da schon vorteilhaft, bin aber trotzdem sehr vorsichtig gefahren.
07:00 Uhr
Über A7 Kempten ging´s nach Süden und dort weiter Fernpass Richtung Italien 🇮🇹 – so der Plan…

Auf Höhe von Reutte/Tirol 🇦🇹 – gerade breite Straße, leicht bergauf, Tempo 70 – kurz nach 7:00 Uhr knallt´s plötzlich vorn und aus dem linken Radhaus fliegt was raus, was ich im Augenwinkel verschwinden sah. Auto ließ sich sofort praktisch nicht mehr lenken, machte furchtbare Geräusche und lag vorn fast auf der Straße. Erst mal kurz rechts ran und das runde Teil (Federlager) eingesammelt (s. r.). Zum Glück war gleich ne Abfahrt da, die nach Reutte rein führte und gleich nach der Abfahrt war ne Tankstelle. Ich wollte nicht auf der viel befahrenen B 179 (Fernpassstrecke/A) stehen bleiben, zumal „rechts ran“ auch nur die Ausfahrtspur war.
08:30 Uhr
Irgendwie haben wir es ganz vorsichtig bis dahin geschafft, wo wir das Auto erst mal sicher abstellen konnten. Die Pannenversicherung meiner Visacard angerufen, die uns dann gg. 8:30 Uhr einen Transporter schickte, aufgeladen und ab ging´s zurück nach 🇩🇪, ins nächstgelegene Mercedes AH.


Laune war natürlich mächtig am Boden, da Junior sich schon riesig auf den Campingplatz (Union Lido) gefreut hatte, der ja auch schon zu 90% bezahlt war. Ich hab uns dann versucht bisserl Mut zuzusprechen und ihm gesagt, wenn nur was gebrochen ist (ich hoffte, dass es vielleicht „nur“ die Feder ist), können die das sicher kurzfristig beheben. War aber leider nicht so – gebrochen: ja, kurzfristig: nein
09:30 Uhr
Erst mal war in der Werkstatt keine Bühne frei. Um überhaupt sehen zu können, was kaputt ist, holte der Meister einen Rangierwagenheber, den er ungefähr mittig ansetzte, da man vorn damit gar nicht mehr unters Auto gekommen wäre. Beim Anheben knackste es schon merkwürdig. Später (wieder zuhause) stellte sich heraus, dass da der eigentlich vor gut zwei Jahren reparierte Schweller vor lauter Rost nachgegeben hat. Vor Ort konnte man das nicht sehen, da ja, wie gesagt, diese Schwellerverkleidungen weiträumig über den Schwellern sind. Ob ein gesunder Schweller das mittige Anheben ausgehalten hätte, kann ich nicht sagen.

Es stellte sich heraus, dass vorn links die obere Federstütze vor lauter Rost komplett zerrissen war (das Lager der Feder war vorher weggeflogen) und die Feder somit nur noch lose im Radhaus lag. Die rechte Federstütze war schon nach oben weggekippt und wäre paar Meter weiter auch abgerissen. Leider habe ich davon keine eigenen Bilder gemacht. Die Urlaubs-Werkstatt hatte dann zwar welche gemacht und mir geschickt, aber dafür habe ich keine Veröffentlichungsrechte. Daher hier mal nur ein Symbolbild.
Nächste Hiobsbotschaft: Der Meister meinte, dass er das nicht mal so auf die Schnelle reparieren kann, da ja schon die Teile erst bestellt werden müssten. Großer Mist! Blieben letztlich nur 2 Optionen: A – entweder Urlaub abbrechen, oder B – Mietauto. Da aber schon 90% vom Campingplatz angezahlt waren und wir davon, wenn wir nicht angereist wären, auch nix zurück bekommen hätten und ich das meinem Sohn auch nicht antun wollte, nicht dahin zu fahren, blieb nur Option B. Also gefragt was sowas kosten kann? Der sehr hilfsbereite Meister hatte zwar keine eigenen Autos zur Verfügung, hat aber bei einem nahen Verleiher nachgefragt: gut 1.000,- € für die 14 Tage, hieß es zunächst.
Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab, das war nicht machbar. Erst mal ne Zigarette geschnorrt und überlegt wie ich´s doch irgendwie hinbekommen kann. Ging nicht, ich hab dem Meister dann meine Situation erklärt, und gefragt, ob´s nicht doch was Günstigeres gäbe. Der war wirklich nett und hat nochmal mit dem Verleiher telefoniert. Die haben dann doch noch was für ca. 400,- € möglich gemacht. Dass da noch die Märchensteuer drauf kam war mir dann am Ende auch Wurscht.
13:30 Uhr
Juhu!!! Egal, auch wenn das eigentlich auch schon out of budget war, hab ich mit Kreditkarte „zugeschlagen“. Also Mietauto geholt, mittlerweile war´s schon ca. 13:30 Uhr. Dummerweise, war der Pannenort Luftlinie nur ca. 40 km von zuhause entfernt. Wären es mehr als 50 gewesen (auf unserem geplanten Weg ungefähr in Höhe Nassereith/A), hätte die Weiterfahrt die inkludierte Versicherung von meiner Visacard organisiert und bezahlt. Schade, da wäre alles etwas leichter gewesen. Verhandeln mit dem Versicherer war nicht möglich, auch wenn´s letztlich nur um 10 km ging. Aber zumindest die Abschleppkosten wurden übernommen.
14:30 Uhr
Alles umgepackt, und irgendwann ging´s dann gg. halb 3 weiter nach Österreich/Italien. 7 – 8h lagen noch vor uns. Der Meister sagte mir zu, das Auto bis wir wieder da sind zu reparieren.
17:00 Uhr
Nächstes Problem: Der Campingplatz lässt Neuankömmlinge nur bis 22:00 Uhr mit dem Auto auf den Platz. Ob wir das schaffen würden, wusste ich nicht. Also rief ich, als wir dann schon in Italien waren, dort an, um zu sagen, dass wir etwas später kommen. Die ließen nicht mit sich verhandeln, nicht mal, als ich jammerte, dass ich ein Kind dabei hätte und den Jungen möglichst nicht im Auto schlafen lassen möchte. Als dann, auch aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens, klar war, dass wir es bis 22:00 Uhr nicht schaffen würden, hab ich´s nochmal versucht, gleiche gnadenlose Antwort. Egal, dachte ich, jetzt schau´n wir mal, ob wir vor Ort mit denen verhandeln können.
22:30 Uhr
So um halb 11 waren wir dann endlich da, vorher auch noch paar Ehrenrunden vor Jesolo gedreht, da ich mit dem Navi des Leihautos nicht klar kam, bis uns dann mein altes Nokia 700 ans Ziel brachte. Hab da auch gleich einen freundlichen Herren vom Campingplatz an der Anmeldung gefunden, der seinen Mädels umgehend eine Ausnahme für uns genehmigte, und wir doch auch nach 22:00 Uhr mit dem Auto rein fahren durften. Da is´ eh bis Mitternacht Halligalli.
Paar Minuten später waren wir an unserem Platz. Das Zelt im Halbdunkeln aufzubauen hatte ich mir auch leichter vorgestellt. Zum Glück kamen gleich ein paar nette Nachbarn, die meine Sorgen wohl mitbekommen haben, und halfen – das ist das Schöne am Camping. Schnell noch das Luftbett aufgeblasen und wir konnten liegen, Beine lang machen und schlafen. Ohne waschen, ohne duschen, ohne Zähne putzen. Im Camping darf man das. 😉
Am nächsten Tag dann alles in Ruhe ausgepackt und der Urlaub war dann doch noch ein voller Erfolg, hier mal ein paar Impressionen von dem CP:








Is´ wirklich schön hier, für alle Altersgruppen – außer man sucht 24h idyllische Ruhe. Deshalb sind wir auch die nächsten Jahre bis 2023 – selbst zu Corona-Zeiten – dann wieder mit unserem Auto, da hin gefahren.
Warum ich euch das Alles erzähle?
Um zu zeigen, was sowas wie die eingangs erwähnt HU, für ne Kettenreaktion auslösen kann, und ich mich daher später doch ziemlich darüber geärgert habe, da die letztlich die Ursache für den ganzen Stress war. Hätte man die angerosteten Federträger erkannt, hätte ich genug Zeit gehabt, das vor´m Urlaub noch in Ordnung zu bringen. Bemängelt war aber nur der obere Querlenker (Traggelenk) vorn links. Nur ca. 10 – 15 cm daneben ist der Federträger, der da schon im Grenzbereich gewesen sein muss. Der aber nicht bemängelt wurde.

Ich mag mir nicht vorstellen, was da alles hätte passieren können, wenn wir schon paar Kilometer weiter gewesen wären, als das Ding wegflog. Wer die Fernpassstrecke kennt, weiß wie eng, steil und kurvenreich die später wird. Rechts oder links meist steile Abhänge. Riesendank an unseren Schutzengel.
Nach dem Urlaub habe ich das dann auch bei der Prüfstelle angesprochen, und nachgefragt, was sie davon halten, wenn mir zwar die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs bescheinigt wird, 3 Monate später dann aber sicherheitsrelevante Teile vor lauter Rost wegfliegen. Telefonisch war das nicht zu klären, aber nach einigen Mails hin und her, konnte dann doch eine Einigung gefunden werden: das Leihauto und die Kunststoff-Auskleidung des linken Radkastens, den die Feder zerschossen hatte, wurden bezahlt – G.s.D.. Somit blieb nur noch das Problem, wie ich das Auto wieder flott bringe.
Der Meister hatte mir ja zugesichert, dass die Federteller (oder -stützen, oder -träger) während wir im Urlaub waren, repariert werden. Um uns nicht den Urlaub zu verderben, rief er mich erst am letzten Urlaubstag – was ich in sofern auch sehr nett fand – dann in Italien an und erklärt mir, dass er das Auto mit vertretbarem Aufwand im AH praktisch nicht mehr reparieren kann. Da sind so viele Baustellen (z. B. Hinterachse, Querlenker vorn unten, Schweller etc.) mit denen er mich, selbst wenn die Federträger repariert wären, trotzdem nicht guten Gewissens vom Hof hätte fahren lassen können. Wir sollten vor Ort mal drüber reden, was wir machen. O.m.G., dachte ich, hört denn das nie auf.

Nun gut, Jammern nutzt nix. Nächsten Tag sollte es dann heim gehen. Aber auch das nicht ohne Hindernisse: Wie ich das bei meinem Auto gewohnt war, mache ich also auch bei dem Mietauto (Ford Focus) alle Türen auf, um ringsum gut einladen zu können, was natürlich bei dem ganzen Equipment, das wir dabei hatten, ne Weile dauert – is´ wie Tetris. Als alles drin war, und wir starten wollten: nix – kein Mucks, kein Ton, nicht mal Anton. Sche…, auch das noch!!! Mietwagenpannendienst angerufen, die konnten mir auch nicht helfen. Ich dachte ja zunächst, dass es nur ein Bedienfehler meinerseits war, da ich mich mit den neumodischen Autos nicht auskenne. Verzweiflung machte sich breit.
Irgendwann erinnerte ich mich, dass der Campingplatz auch ne Werkstatt hat. Da hin gelaufen und gefragt, ob sie mir helfen können. Man hatte offenbar schon Erfahrung mit solchen Fällen und nahm ein Starterpack mit. Angeschlossen, und siehe da, das Auto sprang sofort an. Offenbar haben die ganzen Verbraucher, die sich einschalten wenn die Türen offen sind, die Batterie leer gezuzelt – ich weiß es nicht. Schon merkwürdig, mein Mercedes, der 20 Jahre älter ist, hat für sowas ne Schutzschaltung, wenn er merkt, dass die Batterie zur Neige geht.
Wie auch immer, der Plan, noch am selben Tag die Urlaubswerkstatt bis zum Feierabend zu erreichen (liegt auf der Strecke), war jedenfalls damit geplatzt. Heimfahrt verlief dann zumindest ohne Vorkommnisse. Irgendwann am späten Abend waren wir dann daheim. Alles ausgeladen, am nächsten Morgen Mietwagen zurück und zur Urlaubs-Werkstatt. Wir sind letztlich überein gekommen, dass ich mein Auto erst mal mit nach Hause nehme und in Ruhe überlege, was ich machen will. Also noch mal Versicherer angerufen, Abschlepper bestellt (wurde auch bezahlt) und zu meiner örtlichen Mercedes-Werkstatt gebracht.
Dort hat man mir dann erst mal erklärt, was allein die Reparatur der Federträger kosten würde, wie geschildert, ca. 2.000,- €, was für mich völlig inakzeptabel war. Als ich das hörte, und mit den Augen rollte, erklärte man mir: Weil da geschweißt werden muss, müsste da zeitaufwenig erst der ganze Unterbodenschutz ringsum großflächig runter gekratzt werden (Mercedes Vorgabe) – damit nix anbrennt. Naja, kann man so sehen, muss man wohl aber nicht zwingend.
Mag sein, dass Mercedes solche strengen Vorgaben macht. Mir stellt sich dann aber die grundsätzliche Frage: Wenn bei Mercedes derart strenge und kostenintensive Vorgaben für Reparaturarbeiten gelten – galten diese dann auch bei der großen Rostreparatur im Jahr 2017, s. bspw. hier? Und falls ja, wie ist dann zu erklären, dass wenige Jahre später (2020/21) das Fahrzeug erneut in einem solchen Zustand war:








Für mich stellt sich das im Nachhinein so dar, dass hier lediglich der äußere obere Schein gewahrt werden sollte. Nach dem Motto: Was unten drunter ist, sieht ja erst mal keiner. Mein Fehler war, dass ich mich zunächst auch nur für die Oberfläche interssiert und davon blenden lassen habe, und gehofft und vertraut hatte, dass das was darunter ist, schon passen wird – das Auto war ja schließlich in einer Mercedes-Werkstatt. Ein Trugschluss! Wären an diese Reparatur tatsächlich auch so strenge Maßstäbe angelegt worden, hätte man vermutlich das ganze Auto zerlegen müssen, um es solchen Vorgaben entsprechend erfolgreich reparieren zu können.
Da also eine Reparatur bei Mercedes nicht infrage kam, musste ich mich nach einer Alternative für die Reparatur der Federträger umschauen, die ich dann auch in Form einer freien Werkstatt gefunden habe. Der Mann war wirklich sehr nett und hat mir die neuen Federträger für 450,- € (beide Seiten!) angeschweißt. Die halten heute (2026) immer noch.
Eigentlich ist das auch nicht so schlimm, wie man mir das bei Mercedes erklärt hat. Man muss – vereinfacht gesagt – einfach nur an der Stelle wo die alten Federträger am Rahmen fest gemacht waren, ordentlich das restliche Blech entfernen, bis gesunder Rahmen da ist, dort die Federträger anschweißen und wieder zusammen bauen, was in einer Fachwerkstatt mit Hebebühne auch kein Hexenwerk ist. Und der Unterbodenschutz ist beim Schweißen auch nicht in Flammen aufgegangen.
Nachdem die Federträger wieder drin waren, habe ich die restlichen Baustellen dann nach und nach wieder HU-fähig gemacht, bzw. genauer gesagt, machen lassen, denn ne Hinterachse oder vordere untere Querlenker tauschen kann ich dann doch nicht selbst. Vielen Dank an alle, die geholfen haben, das Auto bis heute am Leben zu erhalten. Es zu verschrotten, war nach der großen Rostreparatur 2017 auch keine Option, dann wäre all das umsonst gewesen.
Nochmal zurück zu den Schwellern, um die es auf den folgenden Seiten gehen wird. Dadurch, dass der Meister aus der Urlaubswerkstatt den Wagenheber an den Schwellern ziemlich mittig angesetzt hatte und die dort nachgaben, wurde letztlich erst klar, dass deren Reparatur, die 2017 erfolgt sein sollte, offenbar doch nicht so erfolgreich war, wie man das von einer Mercedes-Werkstatt erwartet hätte. Da das aber erst mal nicht die dringendste Baustelle war, habe ich mich auch erst im Mai 2020 damit beschäftigt und die Schwellerverkleidungen abgebaut. Was da zutage trat, hatte ich auf dieser Seite und hier schon gezeigt.
Es war somit klar, dass ich Mercedes nochmal damit konfrontieren würde, wie das sein kann, dass die Schweller gut 2 Jahre nach einer so umfangreichen Sanierung, dann schon wieder in einem solch erbärmlichen Zustand sind. Mein Anwalt nahm also nochmal Kontakt zu dem gegnerischen Anwalt aus 2016 auf.
Wie´s dann weiter ging, wie sich Mercedes aus der Nummer rausgewunden hat und dabei von den Gerichten unterstützt wurde, werde ich euch ab dem 6. Teil – Der Schwellerstreit geht vor Gerichter erzählen, da wird´s dann also hauptsächlich juristisch, aber deswegen nicht minder spannend – hoffe ich mal. 😉
Update 28.01.2026 ca. 18:00 Uhr
Was es doch für Zufälle gibt: Gesternabend sehe ich zufällig im SWR die Sendung „Marktcheck“, die ich mir heute – aufgrund irgendeiner Eingebung – noch mal angeschaut habe, wobei mir Spannendes auffiel. In den ersten 10 min geht es um Mercedes und Elektromodelle, wo sich die Akkus von selbst entzünden können und enorme Schäden anrichten. Statt eines Austauschs der potentiell gefährlichen Akkus macht Mercedes erst mal ein Update, is´ ja auch ca. 330x billiger. Update für ca. 52.000 Fahrzeuge: 4 Mio; Akkutausch ca. 1,3 Mrd. € (Daten aus der Sendung). Womit sich einige Kunden nicht zufrieden gaben und Mercedes verklagten, um entsprechende Ansprüche geltend zu machen.
Das eigentlich Spannende für mich war, dass auch ein Teil einer Klageerwiderung vom Mercedes-Anwalt gezeigt wurde. Auch wenn die Kanzlei nicht zu erkennen war, konnte ich anhand anderer Daten genau die Kanzlei identifizieren, mit der ich es im weiteren Verlauf vor dem LG und OLG Stuttgart, wegen der nach 2 Jahren schon wieder durchgerosteten Schweller, zu tun bekommen habe. Unabhängig vom konkreten Inhalt der Schriftsätze aus der Sendung ergab sich für mich bereits aus den kurzen Ausschnitten ein gewisser Wiedererkennungswert im Vergleich zu den Schriftsätzen, die mir von dieser Kanzlei vorliegen, und auf die ich auf den folgenden Seiten ausführlich eingehen werde.
Abschließend noch ein Zitat eines Kunden aus der Sendung: „Ich hab den Eindruck, die woll´n tatsächlich Kunden verarschen oder veräppeln.“ Ich denke, das steht für sich …
